Lokale KEA-Nachrichten

Berichte von und über Die KEAs e.V.

Archiv für 'Agenturschluss' Kategorie


Prozess gegen Clownsarmee:

Verfasst von cers am Februar 8, 2008

Hausfriedensbruch am Arbeitsamt

In tiefer Dankbarkeit und in Erwartung der gerechten Vergeltung unserer Sünden gegen die Ordnung der Herrschenden
freuen wir uns deshalb, wenn am 14.02.08 von Richter Wiegelmann über unsere Verfehlungen geurteilt wird. Auf dem
Papier steht geschrieben, dass drei Angehörige der Kölner Clownsarmee wegen Hausfriedensbruch im Zusammenhang mit
einer antimilitaristischen Aktion im Kölner Arbeitsamt angeklagt werden. Aber wir wissen es besser: Es geht um den
Kampf von Gut gegen Böse, und der Sieg der heiligen herrschenden Ordnung über das Querulantentum einiger
Uneinsichtiger wird ein weithin sichtbares Zeichen für die Menschheit sein. Wir würden uns deshalb freuen, wenn viele
Menschen an diesem erhebenden Schauspiel gerne auch aktiv teilhaben würden.“
Wir treffen uns um 13:30 vorm Amtsgericht Köln, Luxemburger Str.101

Der Prozess beginnt um 14 Uhr in Raum 246

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KGAB rekrutiert 1-Euro-Jobber

Verfasst von cers am Januar 7, 2008

07.01.2007. Im Morgengrauen kurz vor 8.00 Uhr öffnet die Verwaltungszentrale der Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (KGAB) ihre Türen und bittet die potenziellen 1-Euro-JobberInnen in eine Art Schulungsraum. Herr Waßmann schreibt seinen Namen an die Tafel, verweist auf Zettel und Stifte zum mitschreiben, erläutert den heutigen Tagesablauf bzw. dass die Veranstaltung bis gegen 11.30 Uhr dauern wird.kgba.jpg
Dann geht er die Anwesenheitsliste durch. 18 Namen werden aufgerufen und 10 Leute sind anwesend. Eine Quote, mit der Herr Waßmann eigentlich ganz zufrieden sein könnte, wenn …, ja, wenn die Namensliste mit den Anwesenden übereinstimmen würde. Lediglich zwei(!) eingeladene Personen waren pünktlich erschienen, acht weitere hatten sich selbst eingeladen und outeten sich als durchaus interessierte AktivistInnen der Agenturschluss-Bewegung. Unterdessen hissen zwei weitere engagierte Erwerbslose ein Transparent vor der Tür des Gebäudes, um auch den Besuchern der gegenüberliegenden ARGE Süd in Köln auf “Zwangsarbeit” bei der KGAB aufmerksam zu machen. Herr Waßmann kapituliert und ruft sich Frau Breuck-Dieckhoff, die Zuständige für die Personalanwerbung, zu Hilfe. Während eines verbalen Geplänkels, ob und in wieweit die Anwesenheit der ungebetenen Gäste tatsächlich störend sei, werden von ihr tatsächlich auch einige Fragen beantwortet. “In wie weit ist es hinsichtlich der Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt qualitativ sinnvoll, wenn 1-Euro-Jobber auf dem Dach der Philharmonie den Platz von Leuten befreien?” “Naja, jetzt könnte man meinen, dass es Training der Muskulatur ist.” … Hat sie wirklich gesagt! Fügte aber schnell den entsprechenden Fachbegriff hinzu: “Warensicherheitsgewerbe mit Zertifikat nach § soundso.” Die uniformierten 1-Euro-Jobber im Kölner Rathaus sind - wortwörtlich - “Rathauskümmerer”. Selbstverständlich alles gemeinnützig und mit dem Segen der Gewerkschaften sowie Diakonie und Caritas, die zudem anteilig an der KGAB beteiligt sind (75 Prozent werden von der Stadt Köln selbst gehalten).
Auf dem Weg nach draußen werden sowohl an Beschäftigte, als auch potenzielle 1-Euro-JobberInnen Flyer und der Kontakt der KEAs (Kölner Erwerbslose in Aktion) verteilt. Ein Angestellter springt auf, stellt sich als Betriebsrat vor und wird beinahe körperlich zudringlich. Naja, bei lediglich 21 Festangestellten (für die immerhin 180 1-Euro-JobberInnen arbeiten) ist die Auswahl zur Betriebsratswahl nicht soo groß.

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