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Kölner Sozialdezernentin Marlis Bredehorst (Grüne) bezeichnet Holocaust einen „Ausrutscher“

Verfasst von cers am Juni 2, 2007

Köln (pr-sozial) Die Kölner Sozialdezernentin Marlis Bredehorst (Bündnis 90/Die Grünen) scheint in diesen Tagen kaum einen Fettnapf auszulassen, über dem man ausrutschen kann. So warb sie gestern für einen Bau einer Moschee in Köln und wies darauf hin, dass die rund 120.000 Muslime Kölner bürger sein. Sie ließ sich dann weiter über den säkularen Rechtssaat aus und verfiel dann in einen Ausflug in die Geschichte. Dabei brach ihr der peinliche Satz raus: „…es gibt allerdings einen Ausrutscher: Mit den Juden sind wir nicht so friedlich umgegangen, …“- Dies berichtete „Spiegel-Online“ heute. Nachdem Bredehorst erst vor einem Monat scharf von der Kölner Erwerbsloseninitiative: „Die KEAs e.V. – Kölner Erwerbslose in Aktion“ scharf gerügt wurde, weil sie in einem Interview gegenüber dem Kölner „Express“ Denunziationen gegenüber Hartz IV-Betroffene für gut hieß.

In den lokalen und überregionalen Zeitungen war allerdings heute nichts die Verharmlosung zu lesen. Gegenüber „Spiegel-Online“ sagten Lokalreporter des „Kölner Stadt-Anzeigers“, sie erinnern sich an Bredehorsts Aussage und an Reaktionen im Saal: Das rechte Lager habe mit „Hoho“-Rufen geantwortet, anderen habe der Atem gestockt. Die lokale Presse maß der Passage über den Holocaust keine große Bedeutung bei. „Es deutete nichts darauf hin, dass Bredehorst etwas Antisemitisches und Verharmlosendes sagen wollte“, sagt „Stadt-Anzeiger“-Lokalreporter Helmut Frangenberg gegenüber „SPIEGEL ONLINE“. Noch während des Sprechens habe Bredehorst gestockt und gemerkt, dass es ein Fehler war. So hätten es die meisten in der Halle aufgefasst.

Gegenüber „SPIEGEL ONLINE“ bedauerte Bredehorst: „Mir tut es außerordentlich leid und ich bedauere diesen Satz zutiefst.“ So hätte sie das nicht gemeint. Schon vor einem Monat machte die Kölner Sozialdezernentin auf sich aufmerksam, indem sie in einem Interview mit dem „Kölner Express“ Denunziationen von ALG II-Empfänger für gut hieß. So sollen vor allem durch die Missgunst von Nachbarn – oft anonyme Anzeigen oder Hinweise (wegen Schwarzarbeit, des Führens einer eheähnlichen Gemeinschaft, des Besitzes von Schmuck, Handys, und vielem mehr) – Einsparungen zustande gekommen sein .In einem Gespräch mit der Zeitung „Express“ sagte Bredehorst: „Wir gehen jeder Anzeige nach“… „Und wir haben den Außendienst, der Hartz-IV- und Sozialhilfeempfänger kontrolliert.“ Die Kölner Erwerbsloseninitiative: „Die KEAs e.V. – Kölner Erwerbslose in Aktion“ zeigte sich über derartige Äußerungen einer Grünen-Politikerin äußerst verwundert.

Ein rechtsgerichteter Blog – auf dem Muslime zum Teil auf heftigste beschimpft werden – veröffentlichte heute die Rede der Dezernentin samt Tonmitschnitt. Eine Kölnerin, die die Veranstaltung besucht hat, habe sich die Mühe gemacht, die Rede der Politikerin nach einem Tonbandprotokoll abzuschreiben, so heißt es auf der Seite, so „Spiege Online“.

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